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Hier-Buch als Film

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Buch zur deutschen Identität
Veenman Publishers Rotterdam, 2007

red dot award 2007

Konzept / Idee: Ulrike Brückner, Helga Kurzchalia
Fotos: Angelika Barz
Text: Helga Kurzchalia
Gestaltung: Ulrike Brückner

 

 

HIER erzählt von Deutschland und seinen Nachbarn und thematisiert unterschiedliche Varianten deutscher Identität.

Ich reiste mit der Autorin Helga Kurzchalia und der Fotografin Angelika Barz in der Zeit von 2001 bis 2004 einmal um Deutschland.

Wir besuchten insgesamt neun Grenzorte zu allen angrenzenden Nachbarländern.

Man könnte fragen, warum fahren wir an der Grenze entlang, wenn es uns um deutsche Identität geht?

Weil die Frage nach der eigenen Identität an der Grenze, in der Nähe des Fremden, eine besondere Relevanz hat. Was trennt, was verbindet? Was wird als fremd, was als eigen erlebt?

Das Ausgangsmaterial sind Bilder von den Orten, den Bewohnern und ihrer Umgebung, aufgezeichnete Gespräche mit jeweils drei bis fünf Bewohnern (insgesamt 42 Gespräche), sowie Zitate und Fundstücke aus den verschiedenen Orten.

Ich arbeitete mit Gestaltungsmitteln, die an Formulare oder Dokumente angelehnt sind. Dadurch betone ich einerseits die scheinbare Objektivität in den Texten und den Fotos, andererseits gehe ich auf das Thema Grenze ein. Durch das gesamte Buch zieht sich ein breiter Streifen als Verweis auf die Grenze.

Es bildet sich ein streng geordnetes Archiv unserer Begegnungen heraus.

So spiegeln die Register im Buch nochmals den gesamten Inhalt wider. Jede Geschichte und jedes Bild ist aufgelistet und in ein Ordnungssystem gebracht. Die Seitenzahlen sind erweitert durch Buchstabenkürzel, die den Seiteninhalt einem bestimmten Ort zuordnen. Gleichzeitig fungieren die Seitenzahlen auch als Materialnummern in den Registern. Leerseiten sind als solche gekennzeichnet, indem die Seite durchgestrichen – also entwertet – ist.

Die Schwierigkeit in der Gestaltung des Buches bestand für mich darin, das Buch als so deutsch wie möglich erscheinen zu lassen. Interessanterweise wurde dieser Aspekt später besonders von Ausländern wahrgenommen. Ich habe mir überlegt, mit deutschen Klischees zu arbeiten, wie eben zum Beispiel Ordnungsliebe. Das Design spielt mit einer nüchternen Sachlichkeit, die den Deutschen als Wesenszug nachgesagt wird.

Diese vermeintliche Nüchternheit wird jedoch durch die sehr subjektiven Inhalte gebrochen.

 

 

Presse

Ein abschließendes Buch darüber zu schreiben, wer die Deutschen sind, dürfte schier unmöglich sein. Ihre Lebenswelt mit Gesprächsprotokollen und Fotos zu archivieren, ist dagegen machbar. Drei Frauen haben eine wundervoll experimentelle Akte über die Deutschen angelegt.
> Spiegel online (09 / 2007)

So ermöglicht der Band einen sehr persönlichen Einblick in deutsche Befindlichkeiten und bleibt doch gestalterisch angenehm sachlich. Schließlich ist Ordnungsliebe ein sehr deutscher Wesenszug, wenn auch nicht der einzig prägende, wie HIER zeigt.
> Novum (10 / 07)

Das ordnungsverliebte Konzept der Publikation ist mehr als eine witzige Anspielung auf angeblich deutsche Eigenschaften. Es hilft, nicht in die Falle verallgemeinernder Deutschlandklischees zu tappen, sondern wirklich gründlich hinzuschauen und Feinheiten herauszuarbeiten, sowohl auf Seiten der Macher als auch der Betrachter.
> Page (08 / 2007)

Aus Gesprächen wurden Texte, die sich mit den Porträts der Bewohner, den Fotos der Wohnungen und der durchreisten Landschaft zum Abbild des stillen Alltags vereinen, der nicht, wie sonst üblich, hinter den Schlagzeilen verschwindet.
> Berliner Zeitung (7 / 07)

Das Merkwürdigste an diesem Buch, das mit 246 Fotos und 44 Geschichten Deutschland beschreibt, ist, dass ein holländischer Verlag es herausbringt. Hierzulande veröffentlicht man doch lieber Tagebücher oder Roger Willemsens Deutschlandreisen.
> Bremer Stadtanzeiger (10 / 07)

Statt fotogene Sehenswürdigkeiten und herausgeputzte Innenstädte abzulichten, ging Fotografin Angelika Barz einfach drei Straßen weiter und fand dort das deutsche Alltagsgesicht.
> Sonntag Aktuell (10 / 07)

 

 

Buchpräsentationen

Juni 2007 
Jüdisches Museum Berlin
Eröffnung: Cilly Kugelmann, Lesung: Florian Lukas

Januar 2008 
Deutsches Nationaltheater Weimar
in Kooperation mit dem Goethe Institut

Mai 2008 
Goethe Institut in Freiburg 

Juni 2008 
Goethe Zentrum in Sibiu und Iasi, Rumänien

Juli 2008 
Teilnahme an der Buch-Cover-Ausstellung „Gateways“ (Serralves Foundation, Silo Espaco Cultural) in Porto, Portugal

Oktober 2008 
Vortrag und Buchvorstellung zum Thema „Heimat“ im Rahmen des „Dimension of Heimat“, Designkongress Sachsen Anhalt, am Bauhaus Dessau

Januar 2009 
BuchHaus Loschwitz, Dresden „Buchhandlung des Jahres 2008“

 

mehr Infos zum Buch:
http://www.hierbuch.de


Buch-Veröffentlichung im Jüdischen Museum Berlin, Juni 2007




Lesung mit Florian Lukas, Schauspieler